Ein ganz besonderes Konzert!

Es ist schon eine Weile her, ich weiß, mache Dinge brauchen halt ein wenig Zeit,
um in Ruhe darüber nachzudenken, die richtigen Worte zu finden. Gut so.
2008 war ein sehr bewegtes Jahr, mit vielen schönen Geschichten,
Erlebnissen, Gigs und nicht immer ist es Gold was glänzt.
Vieles kommt und geht, Menschen, Ereignisse, Dinge, manches davon bleibt,
anderes ist schnell wieder vergessen.
Eine Sache jedoch ist ganz besonders hängengeblieben, das Konzert in Torgau!
Gedenkstätte ehemaliger geschlossener Jugendwerkhof.
Es war eine Einrichtung des Grauens körperliche, geistige, seelische Verletzungen
standen auf der Tagesordnung. Strafsport, Einzel- sowie Dunkelhaft
sind nur zwei Beispiele für die unzähligen Menschenrechtsverletzungen.
Ohne richterlichen Beschluss wurden Jugendliche der ehemaligen DDR,
die nicht Staatskonform waren, einfach so weggesperrt.
Bin gerade zwei Wochen fünfzehn, als sich für mich
das große Stahltor zum ersten mal schließt.
Die insgesamt zehneinhalb Monate sind und bleiben ein Teil meines Lebens.
26 Jahre danach, Januar 2008.
Besuch bei einem Menschen den ich sehr schätze.
Wir musizieren, reden über’s Leben, erfahren voneinander, ein geiler Abend,
es wird mal wieder früh.
Irgendwann kam die Frage von ihm, Torgau, was ist denn das?
Er googelte und fand die Seite der Gedenkstätte, das war der Auslöser!
Batsch hat’s gemacht, ich war völlig durch den Wind. Was zum Geier ist los mit dir?
Das ist doch alles schon so lange her.
Wir verabschiedeten uns, ab nach Hause, kein Gedanke an Schlaf.
Am Morgen folgte ein ausgiebiges Telefonat.
Fünf Monate später, nach einer langen nachdenklichen Autofahrt,
stand ich dann am Ort des Geschehens.
Alles ist gut, ein wenig Aufregung war schon dabei, alles andere wäre glatt gelogen.
Kein Zusammenbruch, nicht einmal eine Träne, nur ein grauer Schleier ist geblieben.
Wollte es wissen und es hat sich bestätigt, die Zeit heilt alle Wunden,
nur die Narben bleiben, als Mahnung.
Was ist schon leicht zu bewältigen, ein Jeder hat seinen Rucksack zu tragen,
der Wille zählt, der Glaube an sich selbst die Dinge zu verändern.
Eines jedoch steht fest, sie haben es nie geschafft mich zu brechen, bis Heute nicht!
Stark Holland & Lange in Torgau,
es war das emotionalste Konzert meiner bisherigen Laufbahn,
gut das wir es gegeben haben.
Danke an die Mitarbeiter der Gedenkstätte für’s Stattfinden,
denen die mich begleitet haben, meine Frau, Norbert, Rudolf & Sitt,
Markus & Petra, Jürgen & Claudia, Michél & die Berliner,
sowie all den Gästen die dabei waren.
Unser KOMMEN war TAT dort – KOMMEN-TAR hier ist Dank mit Wortspiel für weit mehr als Klangspiel.
Kommentar on 13/02/2009 @ 15:20